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Noch ein Grund, weshalb wir uns vegan ernähren sollten, ist
unsere Umwelt. Sich vegan zu ernähren ist das Beste, was jeder von uns für die
Umwelt tun kann. Die Aufzucht von Tieren für Nahrungsmittel erschöpft und
verschmutzt unser anbaufähiges Land, unser Trinkwasser und
unsere saubere Luft mit erschreckender Geschwindigkeit. Alle Tiere brauchen
Futter, um zu überleben; so verbrennt ein 90 kg schwerer Mann beispielsweise
selbst dann mindestens 2000 Kalorien, wenn er niemals aus dem Bett steigt. Wie
bei den Menschen auch, werden die meisten Kalorien, die ein Tier aufnimmt,
verbrannt; Milch, Eier, Fleisch und Fett können demnach also nur durch die
Zufuhr von Mehrkalorien entstehen.
Es ist wirklich bizarr: Man nimmt Soja, Hafer, Mais oder Weizen –
Nahrungsmittel, die reich an Ballaststoffen und komplexen Kohlenhydraten sind,
aber ohne Cholesterin oder arterienverstopfendes gesättigtes Fett. Dann gibt man
diese den Tieren zum Essen. Und was dabei herauskommt, enthält keine
Ballaststoffe und keine komplexen Kohlenhydrate, dafür jede Menge Cholesterin
und gesättigtes Fett. Genauso gut könnte man reines Wasser durch ein
Kanalisationssystem laufen lassen und es danach trinken.
E, das anerkannte amerikanische Umweltmagazin, schrieb 2002, dass mehr als ein
Drittel aller in den USA produzierten fossilen Brennstoffe für die Aufzucht von
Tieren zur Nahrungsgewinnung verwendet werden. Dies ist eine vorsichtige
Schätzung, in Wirklichkeit war es wahrscheinlich mehr. Und das kommt daher: Erst
werden riesige Mengen an Getreide und Soja angebaut (hierzu ist Bodenbearbeitung
und Bewässerung, oft mit Sprühflugzeugen, nötig). Die Ernte wird dann auf Last-
oder Güterwagen zu den fabrikartigen Farmen und Weiden transportiert, wo sie an
die ungefähr 10 Milliarden sogenannte Nutztiere, die in den USA jedes Jahr zur
Nahrungsgewinnung großgezogen werden, verfüttert wird. Danach werden diese Tiere
zu automatisierten Großschlachtereien gekarrt. Nach dem Schlachten werden die
toten Tiere zur Weiterverarbeitung
transportiert. Die Weiterverarbeitung und Verpackung läuft maschinell ab. Und
danach wird das verpackte Fleisch an die Lebensmittelgeschäfte geliefert. Du
siehst also, dass in jeder Stufe riesige Mengen an Energie verbraucht werden.
Wenn so viel Energie verbraucht wird, so große Mengen an fossilen Brennstoffen
verbrannt werden und so viel Mist produziert wird, haben wir es wirklich mit
einer ernsthaften Luftverschmutzung zu tun. Viele Umweltschützer würden eher
laufen oder mit dem Fahrrad fahren, als ins Auto zu steigen, um die
Luftverschmutzung in ihrer Gegend zu verringern. Und dann essen sie voller
Freude ihr Fleisch, Eier oder trinken Milch, ohne dabei auch nur einen einzigen
Gedanken daran zu verschwenden, dass sie hiermit ja auch für
benzinverschwenderische Tiertransporte, Tiefkühllastwagen oder
umweltverschmutzende Fabriken usw. bezahlen.
Einer meiner Freunde sagt, wenn es um die Umwelt geht, sei Fleischessen genauso
schädlich, wie einen großen Geländewagen oder großen LKW zu fahren, eine
vegetarische Ernährung sei mit einem Mittelklassewagen und eine vegane Ernährung
mit Fahrradfahren oder Laufen zu vergleichen.
Genauso ist es mit dem Land. Laut John Robbins verbraucht ein Veganer pro Jahr
im Durchschnitt ungefähr 7.250 m² an Land für seine Ernährung. Ein
durchschnittlicher Vegetarier, der Milchprodukte und Eier konsumiert, benötigt
ungefähr das Dreifache und der durchschnittliche Fleischesser ungefähr das
20fache an Land. Wir können aus der gleichen Menge Land viel mehr Nahrung
herausholen, wenn die Ernte nicht den Umweg durch die Tiere macht.
Die Verwendung von Unkraut- und Schädlingsbekämpfungsmitteln sowie der Anbau von
Futterpflanzen, wie Mais, Soja, Weizen und Hafer, in Monokulturen zerstört
lebenswichtige Obererde. Howard Lyman, Tierzüchter der vierten Generation und
Fürsprecher des veganen
Lebensstils, erzählt, dass er Farmer wurde, weil er die Erde liebte, die so
voller Leben war. Jetzt, so sagt er, sei sie nur noch lebloser Dreck – zum
größten Teil deshalb, weil die Aufzucht der sogenannten Nutztiere sie ruiniert
hat.
Wasser ist auch ein großes Problem. Laut der National Audubon Society verbraucht
die Aufzucht von Tieren zur Nahrungsgewinnung ungefähr so viel Wasser wie alle
anderen Wasserverwendungsmöglichkeiten zusammen, zumal in vielen Gebieten große
Trockenheit herrscht. Ein Veganer verbraucht für seine Ernährung pro Tag
ungefähr 1.100 Liter Wasser. Ein Vegetarier verbraucht ungefähr das Vierfache
und ein Fleischesser ungefähr das 14fache. Bevor man die Tiere überhaupt füttern
kann, müssen die Futterpflanzen bewässert werden. Die Tiere müssen Wasser
bekommen. Und in den heutigen fabrikartigen Farmen und Schlachthäusern wird
Schmutz einfach mit dem Wasserschlauch weggespült. Dass dies alles viel Wasser
verbraucht, ist klar.
Die Aufzucht von Tieren zur Nahrungsgewinnung benötigt nicht nur Unmengen an
Wasser, sondern verschmutzt dieses auch. Eine "Milchkuh" produziert über 45 kg
an Exkrementen pro Tag. Die in den USA gezüchteten Tiere produzieren 130 Mal so
viele Exkremente wie alle Menschen in den USA zusammen. Die Exkremente dieser
Tiere sind konzentrierter als die Exkremente von Menschen und oft mit Unkraut-
und Schädlingsbekämpfungsmitteln, giftigen Chemikalien, Hormonen, Antibiotika
usw. verseucht. Die Hochleistungstierfabriken haben keine Anlagen zur
Verarbeitung dieser Exkremente. Daher wird der ganze Schlamm einfach in großen
Mengen auf die Erde gekippt, wodurch diese zerstört wird, oder er wird ins
Wasser gekippt, wodurch dieses verschmutzt wird, wodurch wiederum häufig das
ökologische Gleichgewicht gestört und Fische und andere Wasserorganismen getötet
werden.
Natürlich sind diese ganzen Statistiken nur Schätzungen. Manche der Zahlen
hängen von der Jahreszeit und dem Anbaugebiet der Futterpflanzen ab. Doch eine
Sache wird sich niemals ändern: Ohne Futter und Wasser können Tiere nicht
aufwachsen oder Milch und Eier produzieren. Und sie können es auch nicht, ohne
Exkremente zu produzieren. Daher wird der Konsum von Fleisch, Milchprodukten und
Eiern immer mit einem vielfach größeren Verbrauch an Ressourcen und wesentlich
größerer Umweltverschmutzung einhergehen, als wenn auf diesem Land Nahrung für
die Menschen angebaut wird.
Jeder, der die Zeitung liest, weiß, was die großen Schleppnetz-Fischdampfer
unseren Meeren und
Meeresböden antun. Große Schleppnetz-Fischdampfer sind ungefähr so lang wie ein
Fußballfeld und nehmen mit einem einzigen Netzauswurf 350.000 kg Fisch auf,
wobei sie alles auf dem Meeresboden zusammenkratzen und Korallenriffe zerstören,
einfach alles, was ihnen in die Quere kommt. Hydraulische Schabeisen schaufeln
riesige Brocken vom Meeresboden auf und sieben die Muscheln und Austern aus. Der
Großteil von dem, was sich nachher in den Netzen befindet, wird jedoch überhaupt
nicht von Menschen gegessen. Die Hälfte davon wird an Tiere verfüttert, die zur
Nahrungsgewinnung gezüchtet werden, und jährlich werden ungefähr 30 Millionen
Tonnen davon als tote „Abfälle“ einfach wieder in die Meere zurückgeschüttet,
wodurch das natürliche biologische Gleichgewicht nachhaltig gestört wird. Die
kommerziellen Fischerflotten zerstören das empfindliche Ökosystem der Meere mit
einer Geschwindigkeit, die jedes Vorstellungsvermögen übersteigt.
Dann gibt es auch noch die Fischfarmen, deren Anzahl jährlich um mehr als 10
Prozent wächst.
Fischfarmen sind noch schlimmer als kommerzielles Fischen. Für eine Ausbeute von
1 kg Fisch aus Fischfarmen müssen zunächst ungefähr 4 kg Wildfische verfüttert
werden. Die in Fischfarmen gezüchteten Fische fressen Wildfische, die von
kommerziellen Schleppnetz-Fischdampfern gefangen werden, aber nicht für den
Verzehr durch Menschen bestimmt sind. Fische aus Fischfarmen werden oft im
gleichen Wasser aufgezogen, in dem auch die wilden Fische schwimmen, aber die
Fischfarmer kippen einfach Antibiotika ins Wasser und bedienen sich der
Gentechnik, um ihren Frankenstein-Fisch zu züchten. Die Antibiotika verschmutzen
die Meere, und manchmal reißen gentechnisch veränderte Fische aus und paaren
sich mit Wildfischen, wodurch das empfindliche Ökosystem der Meere aus dem
Gleichgewicht gebracht wird. Forscher der Universität Stockholm haben gezeigt,
dass die schrecklichen Umweltzerstörenden Einflüsse der Fischfarmen sich auf
einen Bereich auswirken können, der 50.000 Mal größer ist als die Fischfarm
selbst.
Die Entscheidung ist klar: Jedes Mal, wenn wir uns hinsetzen, um zu essen,
können wir mit einer veganen Ernährung etwas zum Umweltschutz beitragen. Oder
wir können in Springerstiefeln über die Erde stampfen, indem wir Fleisch,
Milchprodukte oder Eier essen. Es ist wirklich so: Ein echter Umweltschützer
könnte niemals Fleisch, Milchprodukte oder Eier essen. |
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